Ranger 500 - Das neue UTV von Polaris
Schon vor einem Jahr hat Polaris in den USA den Ranger 570 geschrumpft, zumindest motorisch. Jetzt kommt der Neue auch nach Deutschland - und ist genauso stark wie jeder andere Ranger 570 auch, sagt jedenfalls Polaris.
Normalerweise heißt es bei neuen Modellen stets "größer, schneller, stärker" und natürlich teurer. Mit dem Ranger 500 hat Polaris in den USA gezeigt, dass Downsizing ebenfalls ein durchaus gangbarer Weg ist. Dort positioniert man den Ranger 500 auch als leicht zu bedienenden und vor allem völlig ungefährlichen Helfer für Hof und Garten. Da macht es durchaus Sinn, dass der aus dem Ranger 570 bekannte Einzylinder von 44 auf für jedermann beherrschbare 28 PS abgemagert ist.
Doch in der Europa-Version ist nichts mehr übrig vom Thema Downsizing. Beginnen wir mit dem Motor. Wie immer macht Polaris Deutschland in seinen Verkaufsunterlagen keine Angaben zur Leistung. Aus dem Polaris-Headquarter Deutschland in Schermbeck heißt es aber auf Anfage ganz offiziell: Der Ranger 500 leistet 44 PS, also genauso viel wie der bekannte Ranger 570 SP. Auf die verdutzte Nachfrage, worin dann der Sinn des neuen Modells bestünde, heißt es beharrlich: Der Ranger 500 leistet offiziell 44 PS. Mehr gäbe es dazu nicht zu sagen. Na gut, dann eben 44 PS. Und auch sonst ist der 500 keineswegs kleiner, sondern sogar ein bisschen länger, ein bisschen breiter und auch ein bisschen höher als der bekannte Ranger SP 570. Der hat eigentlich nur bei der Bodenfreiheit leicht die Nase vorn und seine Ladebox ist ein paar Kubikzentimeterchen größer.
Wenn es an die Arbeit geht nehmen sich die beiden nichts. Beide können 227 kg huckepack und 680 kg an den Haken nehmen. Der Treiber des 500 muss allerdings deutlich fester zupacken. Servolenkung hat der Neue nicht. Er ist auch nicht als Schwerarbeiter gedacht, sondern als schneller, flexibler Helfer für die eher kleinen Jobs, die in der Landwirtschaft, in Kommunen oder größeren Betrieben täglich so anfallen. Falls es doch mal härter werden sollte, hat er vorsorglich eine Winde dabei.
Während in Deutschland die altbekannte Positionierung "UTV = Arbeit" greift, will man in den USA mit dem Ranger 500 auch neue Zielgruppen erschließen - Motto: Das UTV als dienstbarer Geist für alle, die ein größeres Grundstück haben. In der Werbung karrt der Kleine das Holz für den Kamin heran oder schleppt auch gerne mal die Mülltonne vor zur Straße. Am Steuer sitzen nicht mehr nur die üblichen kernigen Farmertypen, sondern auch freundliche ältere Damen auf dem Weg zum nächsten Blumenbeet. Damit dabei der Rasen nicht leidet, hat der 500er einen Turf-Mode, also ein entsperrbares Hinterachsdifferenzial. Um das Thema Allrad müssen sich die Ladys auch keine Gedanken machen. Wenn beim Ranger 500 "alle Viere" gebraucht werden, sperrt sich das vordere Differenzial automatisch und schaltet die Vorderachse zu. Beides funktioniert so auch in der Europa-Version. Hier ist der Ranger 500 mit seiner Traktorzulassung auf 60 km/h eingebremst. Aber Höchstgeschwindigkeit ist sowieso nicht die Königsdisziplin bei UTVs
Der Clou aber - und hier können sich alle, aber wirklich alle anderen UTVs eine dicke Scheibe abschneiden, ist die Gestaltung des Armaturenbretts. Das ist nicht der übliche mehr oder weniger klobige Kunststoffklumpen mit ein paar verstreuten Schaltern als Dekoration. Der kleine Ranger hat ein durchdachtes Ablagesystem für all die kleinen Dinge, die man so braucht, aber für die man nirgends einen vernünftigen Platz findet. Ablagemöglichkeiten im Cockpit sind sicherlich nicht die allerhöchste Ingenieurskunst, aber hier haben Konstrukteure und Designer mal wirklich mitgedacht. Das Ergebnis nennt man dann wohl "praxisgerecht".
In Sachen Ausstattung hat der Ranger 500 alles was man braucht, mehr aber auch nicht. Immerhin gibt es ein Dach über dem Kopf, wie schon erwähnt, die Winde, einen Frontbumper, falls doch mal was schief geht, LED-Beleuchtung rundum und ein in der Neigung verstellbares Lenkrad. Aber natürlich lässt sich auch der kleine Ranger kräftig aufrüsten mit Front- und Heckscheibe etwa und allem, was das Lock&Ride-Zubehörprogramm von Polaris noch zu bieten hat. Erhältlich ist der Ranger 500 ausschließlich in schlichtem Einheitsgrau, hier Stealth Gray genannt. 12.999 € ruft Polaris für ihn auf. Die ersten Fahrzeuge sind bereits bei den Händlern.
4 Räder, 1 Riemen meint: Der Ranger 500 mit seinen offiziell 44 PS ist im Prinzip nichts anderes als eine abgespeckte und neu karrossierte Version des bekannten 570 SP. Der ist in der Klasse der kleinen UTVs schon ziemlich weit oben auf der Preisskala angesiedelt. Dagegen ist der Ranger 500 für Polaris-Verhältnisse ein echtes Schnäppchen. Er kann zumindest auf dem Papier nichts so richtig schlechter als sein Marken-Bruder und wer mit ein paar Abstichen bei Technik und Ausstattung leben kann, hat wenig Grund sich für das teurere Modell zu entscheiden. So wie es aussieht hat sich Polaris also mit dem Ranger 500 und der 44 PS Motorisierung ein neues Einsteigermodell bei den kleinen UTVs gebastelt, das beim Thema Leistung ganz vorne in der Klasse mitspielt und jetzt auch beim Preis durchaus konkurrenzfähig ist.
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